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Aufführung 3: Liebe mit Gegenwind - Gemeinschaftsschule Harksheide  –

Aufführung

Aufführung 3: Liebe mit Gegenwind - Gemeinschaftsschule Harksheide

Gepostet am 14. 03. 2025 von Marlena Splinter

Die Schüler*innen des Kurses WPU Gestalten 9 der Gemeinschaftsschule Harksheide rundeten den intensiven Workshop Tag mit ihrem Stück "Liebe mit Gegenwind" ab. Das Stück begeisterte nicht nur durch mitreißendes Schauspiel, sondern auch durch kreative musikalische Zwischeneinlagen in Form von Gesang, Schlagzeug, Gitarre und Percussion mit Besenstielen. Besonders die „Hit the Road Jack“-Gesangseinlage war ein wahres Highlight der Aufführung! Mit viel Energie  hat sie das Publikum richtig mitgerissen und für eine ausgelassene Stimmung gesorgt.

"Woher kommt die Liebe? Woher kennen wir die Liebe? Wie fühlt sich Verlieben an?" – Mit der Beantwortung dieser eindringlichen Fragen beginnt das Stück in kraftvollem, chorischem Sprechen. Ein mitreißender Einstieg, der direkt unter die Haut ging. Doch Vorsicht: Liebe kann wunderschön sein – aber auch wehtun. Und manchmal endet sie nicht im Glück, sondern in einer Tragödie...

Marie und Maike verlieben sich ineinander – für sie fühlt es sich perfekt an. Doch ihr Glück wird auf der Kreuzfahrt von mehreren Charakteren auf die Probe gestellt. Sowohl die konservativ eingestellten Familienmitglieder von Maike als auch die "Wachmänner*innen" Roman und Miguel verkörperten den gesellschaftlichen Widerstand, dem sich die beiden Liebenden stellen mussten. Der Konflikt erreicht seinen Höhepunkt auf der Geburtstagsüberraschungsparty von Roman und Miguel, als Marie Maike einen Heiratsantrag machte. Die beiden Wachmänner, die sich durch diesen Moment übergangen fühlten, reagierten neidisch. Sie rächten sich, indem sie den Eltern und dem Bruder von der Verlobung erzählten, wodurch sie die familiären Spannungen weiter anheizten. Es kommt zum gewaltvollen Schlagabtausch zwischen den Familienmitgliedern und den beiden jungen Frauen. Das Stück endet mit dem Tot von Marie und Maike, die für sich keinen anderen Ausweg sahen, als nacheinander von dem Kreuzfahrtschiff zu springen. 

Die Inszenierung spielte auf mehreren Ebenen und schuf so eine beeindruckende räumliche Dynamik. Die Szenen entfalten sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf einem erhöhten Balkon sowie mitten im Publikumsraum. Diese vielschichtige Gestaltung sorgte für Spannung, Abwechslung und eine fesselnde Atmosphäre. Das Stück überzeugte besonders durch die Kreativität und das Engagement der Darsteller*innen. Die jungen Schauspieler*innen brachten ihre Rollen mit viel Leidenschaft und Überzeugung auf die Bühne, was für einen lebendigen Theaterabend sorgte. Insbesondere die Besetzung von zwei Mädchen als Wachmänner brach mit Klischees und zeigte eindrucksvoll, dass Rollenbilder spielerisch hinterfragt und aufgebrochen werden können. Die jungen Schauspieler*innen verkörperten ihre Rollen mit einer Selbstverständlichkeit, was zu humorvollen Momenten auf der Bühne sorgte.  Darüber hinaus setzten die Schauspieler*innen das Mittel der Zeitlupe gezielt ein, um die Dynamik einer Kampfszene eindrucksvoll zu verstärken. Besonders hervorzuheben sind auch die gelungenen interaktiven Momente und die spürbare Teamarbeit auf der Bühne. Ein kleiner Wermutstropfen war jedoch die Technik. An manchen Stellen war die Musik so laut, dass sie die Stimmen der Schauspieler*innen übertönte, was es schwer machte, der Handlung zu folgen. Auch im Publikum gab es Momente, in denen die Darsteller*innen teilweise nicht gut sichtbar waren. Zudem gab es Szenen, in denen die Schauspieler*innen etwas zu laut agierten, was manchmal nicht ganz zur Stimmung passte. Der zugewandte Rücken der Schauspieler*innen  zum Publikum in einigen Momenten führte dazu, dass Szenen an Wirkung verloren. 
Trotz kleinerer Herausforderungen zeigte das Stück die beeindruckende Hingabe der jungen Schauspieler*innen und die Begeisterung, mit der sie ihre Rollen spielten.

Es war ein schöner Abend, der Raum für weiteres Wachstum und Weiterentwicklung lässt. Die jungen Schauspieler*innen haben mit viel Leidenschaft und Hingabe gespielt, was den Abend zu einem besonderen Erlebnis machte. Die Zuschauer*innen wurden mitgenommen, begeistert und konnten das Talent und die Kreativität der jungen Schauspieler*innen deutlich spüren.

Geschrieben am 13.03.2025 von Marlena Splinter und Annika Schulz 

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