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Dieses Stück ist für alle!  – Zu sehen ist eine Bühne mit grünem Scheinwerferlicht. Auf der Bühne sind mehrere Schüler*innen in schwarzer Kleidung. Drei der Schüler*inneen halten weiße Schilder hoch mit schwarzer Aufschrift.

Aufführung

Dieses Stück ist für alle!

Gepostet am 13. 03. 2025 von Sarah Freitag

Aufführung 2: Fördegym. Flensburg "Bodybild"

Bereits die Anmoderation von Feya und Felix machte deutlich, dass dieses Theaterstück kein leichtes Thema behandelt. Eine Triggerwarnung für Essstörungen kündigte an, dass wir uns auf eine Reise durch die widersprüchlichen, oft zerstörerischen Ideale von Schönheit und Perfektion begeben würden.

Ein theatraler Einstieg bereitete auf das Stück vor, indem Schüler*innen eine selbstkritische Szene in Bezug auf Schönheitsbilder zeigten.

Das Stück startete mit einer aufregenden Modelshow, welche stark an das Format „Germany's Next Topmodel“ und die dazugehörigen Laufstege erinnerte. Dies wurde unterstützt durch buntes Scheinwerferlicht, Jubel, Klatschen und Tanz. Doch hinter der glänzenden und pompösen Fassade offenbarte sich ein harter Backstagebereich, in dem gnadenlose Schönheitsideale kursierten, wie der „perfekte Körper“ auszusehen hat.

Auf einer menschengroßen schwarzen Leinwand wurde sowohl der Traummann, als auch die Traumfrau skizziert. Hierbei wurde sich nur auf Äußerlichkeiten beschränkt, wie: „Nicht zu muskulös, aber auch nicht zu schwach, nicht zu dünn, aber bloß kein Fett“. Die perfekte Frau „hat Schuhgröße 38, schmale Hüften, definierte Arme, aber nicht zu definiert“.

Der daraus empfundene Druck endete mit dem Drang zu hungern, um dem Ideal zu entsprechen. Teure Mitgliedschaften im Fitnessstudio, die besten Beautyprodukte und Apps zum Kalorienzählen wurden angeschafft, denn „Schönheit ist Arbeit“.

Plötzlich brach ein Schüler aus und erklärte seinen Ausbruch mit den Worten „Ich bin ein Mensch und kein Fall“.

Definitionen von verschiedenen Begriffen, wie „Selbstbestimmung, Perfektionismus, Selbstakzeptanz, Selbstwertgefühl, Selbstbetrug, Selbstzweifel, Selbstreflexion und Selbstannahme“ wurden auf weißen Schilden von Schüler*innen präsentiert. Als positiven Abschluss wurde die Definition der „Selbstliebe“ gezeigt.

Während des Stückes wurde vermehrt auf die Immensität des gesellschaftlichen Drucks und auf dessen Folgen eingegangen.

Eine der auffälligsten Metaphern, war ein Stück Kuchen, welches zum einen die Provokation der inneren Zerrissenheit in einer Essstörung zeigt und zum anderen den sozialen Zwang repräsentieren sollte.

Hervorzuheben ist, dass die Schüler*innen des Fördegymnasiums ein solch sensibles Thema in aller Vielfalt behandelt haben. Das Stück war vor allem auf Text ausgelegt, welcher vermehrt im Publikum für Tränen in den Augen sorgte.

Zu loben ist das chorische Sprechen des Textes. Besonders dieses wurde als starkes theatrales Mittel eingesetzt, um zentrale Botschaften zu unterstreichen.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Bühne durch Bewegung wenig genutzt wurde. Oftmals wurden die Szenen in einer Art Standbild präsentiert, in dem jede Schülerin und jeder Schüler seinen festen Platz hatte. Diese Standbilder wurden mehrfach wiederholt und boten leider wenig Abwechslung.

Die Themen Selbstzweifel, Essstörungen und Schönheitsideale sind bereits viel bediente und präsentierte Inhalte, die oft als ausgeschöpft angesehen werden. Allerdings zeigt das Stück trotzdem eine Relevanz und eine dringende Auseinandersetzung mit dem Thema. Wir empfinden es demnach als gut umgesetzt!

Ich bin leider noch keinem Eichhörnchen begegnet, mit dem ich ein Stück Kuchen teilen konnte – aber wer weiß, vielleicht passiert das ja noch!

Bist du schon mal einem Eichhörnchen begegnet und habt ihr euch ein Stück Kuchen geteilt?

Von Amina Kühn und Sarah Freitag

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