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Here Comes The Sun  – Es sind sechs graue aufgespannte Regenschirme zu sehen, die nach vorne gerichtet sind. Das Bühnenlicht leuchtet in gelb-goldenen Farben.

Aufführung

Here Comes The Sun

Gepostet am 15. 03. 2025 von Amina Kühn

Aufführung 10: Immer wieder anders

Vielfalt, Gemeinschaft und Kreativität – all das vereinte das stimmungsvolle Theaterstück „Immer wieder anders“, welches von den Schüler*innen des Gymnasiums Wentorf auf die Bühne gebracht wurde. Ohne klassische Hauptrollen, aber mit vielen wechselnden Momenten im Mittelpunkt, zeigten die Darsteller*innen eine Inszenierung, die durch Bewegung, Symbolik und kreative Bühnenbilder überzeugte.

Bereits der Anfang des Stücks war atmosphärisch: Die Schüler*innen betraten die Bühne in drei Reihen, sprachen einzelne Wörter zur Thematik Vielfalt und drehten sich dabei schließlich in Richtung Publikum. Mit einsetzenden Regengeräuschen und sich öffnenden Schirmen wurde das zentrale Motiv des Stücks eingeführt – der Regenschirm. Dieser zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Inszenierung und wurde immer wieder verfremdet. Die Regenschirme verwandelten sich beispielsweise in ein Auto, ein Kajak und eine Filmrolle.

Besonders eindrucksvoll war der Moment, als sich zu „Here Comes the Sun“ ein Regenschirm in Regenbogenfarben im Hintergrund drehte und die Schauspieler*innen fröhlich über die Bühne liefen und ihre grauen Regenschirme nicht mehr benötigten. Dieser Kontrast zwischen Regen und Sonnenschein spiegelte das zentrale Thema des Stücks wider: Wandel, Veränderung und die vielen Facetten des Lebens. Dies wurde ebenfalls durch eine Exkursion durch verschiedene Biotope der Tierwelt gezeigt, bei der ein Frosch, eine Kreuzotter und ein Bienennest choreografisch und in bewegten Standbildern dargestellt wurden. Somit wurden immer wieder eindrucksvolle Bilder geschaffen, die kein aufwändiges Bühnenbild benötigten. 

Ein weiteres Highlight war die kritische Auseinandersetzung mit Identität und gesellschaftlichen Erwartungen. In einer Show mit dem Titel "Line-Up" kamen zwölf unterschiedliche Persönlichkeiten/Stereotype zusammen. Dies waren beispielsweise Martina Mustermann, chaotische Carla, Zweiflerin Zoe und Promi Paul. Sie mussten sich mehreren Fragen unterziehen und folgend positionieren -  „Männlich? Guter Verlierer? Extrovertiert? Diskriminierung?“ Die Positionierungen wurden durch entsprechende Gestik und Mimik untermalt. Anschließend wurde im „Faktencheck“ ein starkes Bild geschaffen, als sich die Schauspieler*innen im Halbkreis um Martina Mustermann versammelten, um die typische Teenagerin der Zeit zu deklarieren. Bunte Therabänder kamen zum Einsatz, welche mit Attributen versehen wurden und eine Verbindung zu Martina Mustermann herstellten, die auf dem Boden saß und alles zusammenhielt. 

"Nun ist doch Schluss mit dem Gefühlschaos. Ich will doch nur glücklich sein!" Erneut kamen die Schirme zum Einsatz, welche nun unter dem Lied „Happy“ von Pharrell Williams geöffnet und geschlossen wurden. Des Weiteren wurde durch Klatschen und den Bruch der vierten Wand in diesem Teil auch das Publikum zum Mitmachen animiert. Die Stimmung war ausgelassen. Um sich dem Thema "Glück" noch weiter zu nähern, wurde ein Dialog zur Frage: „Was ist Glück?“ inszeniert. Durch die bunten Therabänder, welche erneut zum Einsatz kamen, wurde Verbundenheit und Zusammenhalt visualisiert. Die Botschaft war eindeutig und hörbar: Vielfalt ist etwas Schönes!

 Schließlich endete das Stück damit, dass ein einzelner Regenschirm auf die Bühne kam und sich auf dem Boden platzierte. Nach und nach gesellten sich weitere hinzu. Die Regenschirme wurden gedreht und in Formation immer wieder geöffnet und geschlossen. Die Musik wurde zurückgedreht und passend dazu bewegte sich die Filmrolle (der verfremdete Regenschirm) - alles lief rückwärts ab. Schlussendlich bildete sich eine Kette der Spieler*innen und das Stück endete mit den Worten: "Wir sind Vielfalt!" 

Zusammenfassend war das Stück "Immer wieder anders" ein atmosphärisches, auditives und vor allem visuelles Erlebnis. Besonders im Kopf blieben, die durch die Therabänder erzeugten Bilder, Emotionen und Kontextverknüpfungen, welche sehr gelungen waren. Neben der starken körperlichen Arbeit und Präsenz gingen die Sprechakte teilweise leider unter. Dennoch hat das Gymnasium Wentorf das Thema "Vielfalt" in ihrer materialgestützten Art und Weise gut präsentiert und für eine ästhetisch-angenehme Stimmung gesorgt.  

Geschrieben von Amina und Janne


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