Blog
Workshop
Workshop 10 - Clown Courage
Clown Courage – Mut zum Clownsein!
Beim diesjährigen Schultheaterfestival Schleswig-Holstein durfte ich am Workshop „Clown Courage – Mut zu Clown!“ teilnehmen – und was soll ich sagen? Es war eine bunte Mischung aus Lachen, Staunen und (großen!) Gefühlen. Unter der Leitung von Angela Hopkins wagten sich 15 mutige Schüler*innen – von der 4. bis zur 11. Klasse – in die geheimnisvolle Welt der Clowns. Und gleich vorweg: Es ging nicht um rote Nasen und Wasser spritzende Blumen.
Schon zu Beginn war klar: Ein Clown zu sein bedeutet nicht, möglichst lustig zu wirken, sondern “be interested, not interesting” – also wirklich neugierig sein, wie ein Kind, das zum ersten Mal Schnee sieht. Zum Ankommen schrieben wir unsere Namen auf Zettel, schauten uns tief in die Augen (Spoiler: gar nicht so leicht, wie man denkt!) und spiegelten uns gegenseitig – mal mit Worten, mal nur mit Blicken. Dann wuchs die Gruppe zusammen: Wir wandelten durch den Raum – mal als ängstliche Pinguine, mal als mutige Vögel. Und spätestens als beim Hackie Sack-Spiel vier Bälle gleichzeitig durch die Luft flogen (und wir uns dabei ständig anschauen mussten), war klar: Hier braucht es volle Konzentration und echtes Miteinander. Natürlich lernten wir auch das Herz des Clowns kennen: seine Gefühle. Und davon hat der Clown viele – und die ganz groß! In einer spannenden Übung spielte jemand ein Gefühl vor, die anderen versuchten es zu erraten und steigerten es dabei immer weiter – von Trauer bis Wut, von Liebe bis Scham. Es war beeindruckend (und manchmal echt witzig) zu sehen, wie riesig diese Emotionen werden können. Ein Highlight: Die Clownsnase – die „kleinste Maske der Welt“. Der Umgang damit war fast heilig: Niemals vor Publikum aufsetzen, und wenn sie juckt – schön umdrehen, kratzen, dann erst wieder auftreten. Und die wichtigste Regel: “Don’t solve the problem – celebrate the problem.” Ein Clown liebt seine Pannen und macht das Beste daraus!
Am Ende durften wir alles ausprobieren: Zu dritt hinter dem imaginären Vorhang wartend, einer nach dem anderen auf die Bühne stolpernd, ein seltsames Objekt entdeckend und – natürlich – dramatisch darauf reagierend. Und wer hätte gedacht, dass “Clown sein” so viel Mut braucht? Mut, sich lächerlich zu machen, Mut, sich mit seinen Gefühlen zu zeigen – und dabei immer die drei goldenen Regeln im Kopf: Verletze dich nicht, verletze niemand anderen und mach nichts kaputt.
Nach diesem Workshop war klar : Clown sein ist mehr als eine rote Nase – es ist ein echter Balanceakt zwischen Ernst und Spaß. Und vielleicht ein bisschen wie das Leben selbst.