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Workshop 11: Direkt - Weiterarbeiten – weiter arbeiten  – In dunklem Licht steht mit breitem Stand ein junger Mann mit geöffnetem Mund und blickt zu der Frau neben ihm, die in ihren Händen einen unsichtbaren Gegenstand hält und ihren Oberkörper zur Seite biegt. Ihr Gesichtsausdruck ist angestrengt. Neben ihr beugt sich eine andere junge Frau mit gestreckten Beinen nach unten und hat in ihren zu Fäustlingen geformten Händen einen Gegenstand. Eine Frau steht mit dem Rücken zur Kamera in dynamischem Stand. Im Hintergrund stehen sechs Personen in einem Halbkreis, die das vordergründige Geschehen mit unterschiedlichen Gesichtausdrücken wahrnehmen.

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Workshop 11: Direkt - Weiterarbeiten – weiter arbeiten

Gepostet am 14. 03. 2025 von Annika Schulz

5, 4, 3, 2, 1 und NOCHMAL so kreativ, spontan und richtig lustig: Der Workshop „Direkt- weiterarbeiten- weiter arbeiten“ unter der Leitung von Bernd Ruffer war ein voller Erfolg! Statt an eigenen Szenen zu arbeiten, entschieden sich die Teilnehmer*innen dafür, ihre Impro-Skills weiterzuentwickeln und sich frischen Input zu holen. Bernd ließ uns dabei die Wahl, wie wir die Zeit gestalten wollten – und die Gruppe war sich schnell einig: Wir wollten spielen, lernen und vor allem miteinander improvisieren.

Heiter scheitern und gemeinsam wachsen
Von Anfang an herrschte eine motivierende Atmosphäre, die allen Lust machte, sich auf Neues einzulassen. Besonders beeindruckend war, wie schnell die Teilnehmer*innen, die aus den Klassenstufen 9 bis 12 sowie der Uni kamen, zu einem echten Ensemble zusammenwuchsen. Berührungsängste wurden abgebaut, und es entstand eine wertschätzende Dynamik, die Improvisationstheater erst richtig zum Leben erweckt. Denn Impro lebt davon, dass man miteinander spielt und sich gegenseitig unterstützt – genau das haben wir in vielen Spielen erprobt.

Impro-Spiele, die begeistern
Bernd führte uns durch eine bunte Palette an Impro-Spielen, die uns nicht nur zum Lachen brachten, sondern auch wichtige Fähigkeiten wie Teamwork, Kreativität und Präsenz schulten. Hier ein Einblick in einige Highlights:

  • Abstoßung und Anziehung: Wir bewegten uns im Raum, immer mit Fokus darauf, eine Person zwischen uns und einer weiteren zu behalten, wobei wir einer weitenren Person später besonders nah sein sollten
  • Tick: Ein dynamisches Spiel, bei dem wir uns gegenseitig „retten“ mussten, indem wir uns bei einer Person einhaken, bevor die „Ticker*in“ uns fangen konnte.
  • Ich bin ein Baum: Spieler*innen nahmen Posen ein und sagten dazu, was sie darstellen – von Bäumen bis zu abstrakten Konzepten.
  • Wort-für-Wort-Geschichte: Gemeinsam erzählten wir Geschichten, Wort für Wort oder später in längeren Sätzen, wobei ein „Dirigent“ steuerte, wer weiterspricht.
  • Freeze Tag: Ein Klassiker, bei dem Szenen durch eingefrorene Posen und neue Kontexte ständig in Bewegung blieben.
  • Gefühlstaxi: Jede neue Person brachte eine neue Emotion ins „Taxi“, die alle Mitfahrenden übernahmen.
  • Kotzendes Känguru 2.0: Hier hat eine Person in der Mitte den im Kreis befindlichen Personen jeweils eine Situation genannt auf die dann immer drei Personen reagieren mussten.
  • Briefwechsel mit chorischem Sprechen: Eine Übung, bei der improvisierte Briefe in Gruppen laut und synchron gestaltet wurden.
  • Szenen kommentieren: Während zwei Personen eine Szene spielten, sprachen zwei andere diese nach oder kommentierten sie.

Die Freude am Scheitern und der kreative Umgang mit Herausforderungen waren dabei ständige Begleiter. Es zeigte sich, dass alle ähnliche Schwierigkeiten hatten, was den Lernprozess umso wertvoller machte.

Blick über den Tellerrand: Hamburger Schultheaterfestival
Während des Workshops erzählte uns Bernd begeistert vom Hamburger Schultheaterfestival und den vielfältigen Möglichkeiten, Improvisationstheater über den Workshop hinaus zu erleben. Besonders spannend sind die Angebote von Törn e.V., die junge Menschen mit Impro-Theater verbinden und sogar Wettbewerbe organisieren. Dazu zählt unter anderem der Hamburger Maestro: Jeden ersten Freitag im Monat wird in der Hamburger Motte gespielt. Die Teilnehmenden treten in zufälligen Konstellationen gegeneinander an, und das Publikum entscheidet, wer gewinnt. Ein weiterer verbreiteter Wettkampf ist der Theatersport: Die „Bundesjugendspiele“ des Impro-Theaters, bei denen Schulen in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten und ebenfalls das Publikum den Sieger bestimmt. Diese Formate bieten auch Anfänger*innen die Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren, da beim Impro so viel von Spontaneität, Teamarbeit und der Lust am Spielen abhängt.

Fazit: Ein Workshop, der begeistert
Der Impro-Workshop mit Bernd Ruffer war eine inspirierende Erfahrung, die gezeigt hat, wie viel Spaß und Gemeinschaft im Improvisationstheater stecken. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv und es blieb bei dem vielen Input keine Zeit, sich auf die Kurzpräsentation vorzubereiten. Für alle, die neugierig auf mehr Impro sind, lohnt sich ein Blick auf das Hamburger Schultheaterfestival oder ein Besuch bei @theatermachtschule auf Instagram. Impro lebt von der Begeisterung, und die war an diesem Tag überall spürbar.

Geschrieben am 14.03.25 von Finja Sannowitz

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