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Workshop 5 - Reduziert und vielfältig: Die Kraft des Bewegungstheaters
Wie viel braucht es eigentlich, um eine Geschichte zu erzählen? Ein aufwendiges Bühnenbild? Verschiedene Requisiten? Große Gestik und dramatische Musik? In Workshop 5 - „Reduziert und vielfältig: Die Kraft des Bewegungstheaters“ unter der Leitung von Lotte Bohde von der Pilkentafel haben wir uns genau diese Fragen gestellt und erforscht, inwiefern man mit minimalen Mitteln Geschichten auf die Bühne bringt. Hierbei haben wir unsere eigenen Körper, minimale Bewegungen und ein kleines Maß an Sprache genutzt.
Der Kurs startete klassisch mit einem Warm-up, um sowohl in Bewegung zu kommen als auch unseren eigenen Körper und den Raum bewusst wahrzunehmen. Bei einem Raumlauf spürten wir, wie sich unsere Körper im Verhältnis zu anderen bewegt und übten inwiefern sich durch kleine Gesten die Wirkung auf uns selbst und unser Umfeld veränderte. Schon hier wurde klar: Jede Bewegung erzählt etwas und oft sind es insbesondere die kleinen Details, welche eine Szene spannend machen.
Nach dieser ersten Lockerung ging es weiter mit Übungen zur Raumwahrnehmung. Wir bewegten uns durch den Raum und sollten stets die anderen im Blick behalten. Danach nahmen wir einzeln Posen ein und wechselten hierbei von einer Haltung zur nächsten. Hierbei entstanden bereits ohne, dass wir es geplant hatten, kleine Geschichten. Beziehungen zwischen Figuren, Stimmungen, Konflikte- alles ganz ohne Worte. Die Übung wurde im späteren ergänzt, indem wir Sätze aus unseren eigenen Stücken einbauten. Jede*r wählte eine Textzeile, welche er oder sie nach Belieben in die Szene einstreuen konnte. Mit wenigen Worten und Bewegungen entstanden dadurch beeindruckende Bilder, die viel Raum für Interpretationen ließen. Anfangs waren viele von uns noch etwas zögerlich, aber nach und nach wuchs das Vertrauen in die Gruppe und wir fanden in ein gemeinsames Spiel. Insbesondere in einem so reduzierten Theaterstil, bei dem jeder kleine Ausdruck zählt, wurde deutlich, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und sich auf die Energie des Moments einzulassen.
Nach der Pause und einem weiteren Warm-up, welches sich diesmal um die Stimme drehte, entwickelten wir aus den vorherigen Übungen eine zusammenhängende Performance. Mit minimalen Bewegungen wechselten wir zwischen Posen, während sich chorisches Sprechen, persönliche Erzählungen und Sätze aus unseren Stücken vermischten. Der Abschluss war ebenso eindrucksvoll wie simpel: Ein chaotisches Klingelkonzert unserer Timer markierte das Ende, während wir die Bühne verließen. Um uns an unterschiedliche Spielorte zu gewöhnen, haben wir diese Performance nicht nur im Probenraum, sondern auch im Treppenhaus der Goethe-Schule getestet.
Am Ende des Workshops stand die Erkenntnis, dass man für große Geschichten nicht immer große Mittel braucht. Manchmal reicht eine kleine Bewegung, ein Blick oder ein einziger Satz und schon entsteht eine Welt voller Möglichkeiten.