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Workshop
Workshop 9: Entdeckungsreise
Wie kommen unsere versteckten Anteile zum Vorschein?
Ganz unter dem Motto der Schultheaterwoche „Vielfalt“ näherte sich der Workshop „Entdeckungsreise“ unter der Leitung von Hannah Schlewitt einem doch eher negativen Aspekt der Vielfalt. Auch wenn Vielfalt in unserer Gesellschaft eine große und wichtige Rolle spielt, ist das gesellschaftliche Auftreten jeder Person mit Anpassung verknüpft – ob auf der Bühne oder im echten Leben. Dies erforschten wir mit vollem Einsatz: Es wurde wild, tierisch und vor allem: lustig!
Damit wir uns zunächst kennenlernen und am Morgen in Schwung kommen konnten, starteten wir mit ein paar Aufwärmspielen, welche unsere volle Konzentration erforderten. „Name, Tier, Essen, Position“ klingt harmlos, wurde aber zur echten Gehirnverknotung. „Du? Ja!“ brachte unsere Emotionen in Fahrt – wer hätte gedacht, dass man ein einfaches „Ja!“ so wütend oder verliebt aussprechen kann? Auch wurde mit geschlossenen Augen die Frage gestellt: “Bist du Goofy?”, bis wir alle blind in einer langen Polonaise durch den Raum liefen. Abschließend führte uns das Aufwärmspiel „Kuhstall“ auf den Bauernhof, sodass es erneut, aber nicht zuletzt, tierisch wurde.
Nachdem wir nun alle voller Eifer dabei waren, widmeten wir uns dem Hauptpunkt unseres Workshops - der Rollenarbeit. Jeder zog eine Karte mit einem Stereotyp – zickiges Topmodel, planlose*r Tourist*in oder gelangweilte*r Jugendliche*r - und interviewte eine*n Partner*in; Wie bewegt sich diese Person? Hat sie einen Satz, den sie immer sagt? Einen typischen Move? Die Ergebnisse waren herrlich übertriebene, aber unglaublich treffende Rollenbilder. Anschließend mussten die Figuren im Alltag bestehen, indem sie alle gemeinsam einen Tagesablauf, vorgetragen von Hannah, meisterten. In Kleingruppen trafen unsere Figuren im nächsten Schritt aufeinander. In einer Mini-Szene, die an einem vorgegebenen Ort spielte, mussten alle noch so konträren Figuren irgendwie zusammenfinden. Dies gelang erstaunlicherweise ziemlich gut!
Nach diesem Block hatten wir erst einmal eine Pause verdient!
Der zweite Teil begann erneut mit viel Bewegung, Dance-Moves und ordentlich (positiven) Tränen. Das Wortspiel mit den wunderbar schwierigen Wörtern “Whiskey-Mixer, Wachsmaske” und später “Whiskey-Maske, Wachs-Mixer” ließ die Tränen vor Lachen fließen – ein Highlight des Tages, welches zum Schluss des Workshops wiederholt wurde.
Anknüpfend an unsere Rollen/Figuren entdeckten wir, dass jede Rolle einem Tier ähnelt und dieses inne hat. Also suchten wir eines, welches unserer Meinung nach unsere Figur widerspiegelte. Unsere Partner*innen durften uns folgend liebevoll in dieses Tier verformen. Plötzlich waren Menschen nicht mehr nur Menschen, sondern auch planlose und aufgeregte Erdmännchen, träge Pandas, eitle Vögel oder verschüchterte Mäuschen. Aber wie bewegt sich so ein Tier durch den Raum? Schrittweise haben wir uns immer mehr in unsere tierischen Figuren verwandelt – Stufe 1: fast Mensch, Stufe 10: volle Wildheit inklusive Geräusche. Der Höhepunkt war ein wilder Freak-Out, bei dem wir alle unsere unterdrückten Emotionen und tierischen Ticks loslassen konnten. Und dann kam die Herausforderung: Das Tier in uns verstecken! Doch egal, wie sehr wir uns bemühten, es brach immer wieder aus. Genau das war die Lektion: Manche Anteile unserer Persönlichkeit können (und sollten!) wir nicht ewig unterdrücken.
Zusammenfassend war der Workshop ein echter Ritt durch die Welt der Rollen, Emotionen und Bewegungen. Alle Teilnehmenden waren die ganze Zeit eifrig dabei und hatten eine Menge Spaß! Final wurde auf der Bühne die Vielfalt und Individualität gefeiert!